Sollten Sie einmal in die belastende Situation kommen, dass Ihr Hund entläuft, finden Sie hier ein Protokoll unserer Suche nach GORAN. Vielleicht entdecken Sie die eine oder andere Anregung, die Sie bei Ihrer Suche noch mit einbinden können.
Goran ist am Donnerstag, 5. März 2026, um 10:00 Uhr über den Gartenzaun geklettert! Vermutlich hat ein Hase oder größerer Vogel sein Interesse geweckt, meine Frau und ich hinterher. Zwei Stunden haben wir ihn verfolgt, durch unseren Ort bis in den Nachbarort. Dort hat er sich in einem überschaubaren Gebiet mit Bäumen und Feldern erstmal ausgeruht. Einfangen? Aussichtslos! Daher haben wir dort erstmal eine Futterstelle eingerichtet mit dem Ziel, dass er dort verbleibt.
Nun alle Freunde, Bekannte, Nachbarn, Institutionen (Tasso, Gemeinde, Polizei, Tierheime, Straßenmeistereien usw.) informieren, regional und überregional. Anfangen, E-Mail-Liste anzufertigen. Wildtierkamera leihen oder kaufen, um die Futterstelle zu überwachen. Hinweiszettel für die anderen Hundebesitzer, die sich in der Nähe der Futterstelle aufhalten, anfertigen und vor Ort anbringen. Bei Tasso bekommen Sie direkt ein Suchplakat als PDF (Bild rechts), welches Sie versenden und ausdrucken können.
Als nächstes zu Facebook: Werden Sie Mitglied in allen relevanten Gruppen! Es gibt überall zahlreiche Gruppen, die sich mit Hunden, vermissten Hunden, vermissten Haustieren usw. befassen (Stand März 2026). Erstellen Sie eine Liste, wo Sie wann Mitgliedschaft beantragt haben, Mitgliedgeworden sind, und was wann zuletzt gepostet haben. Das ist alles sehr aufwendig, aber hilft später, sollte der Hund nicht zurückkommen. Hinzu kommen unzählige regionale Gruppen (Was ist los in ... usw.). Versuchen Sie, in so viele Gruppen wie möglich reinzukommen. In Facebookgruppen sind die Menschen sehr aktiv und interagieren mit ihren Beiträgen (liken, teilen, kommentieren). Sie müssen Reichweite aufbauen!
Suchen Sie sich einen Grafiker und bitten ihn, einen Suchflyer zu erstellen (z.B. A6 Postkartenformat und auch entsprechend dickes Papier). Siehe Bild rechts. Vielleicht finden Sie auch jemand, der Ihnen flott eine Internetseite baut. Im Idealfall haben Sie diese Flyer innerhalb von drei Tagen. 5.000 Stück ist eine gute Startmenge. Parallel mobilisieren Sie Menschen, die Ihnen beim Verteilen helfen, Menschen, die an belebten Orten (z.B. Supermärkten) arbeiten. Sprechen Sie alle Zeitungsausträger und Briefträger in der Umgebung an. Sie haben jetzt keine Zeit für Dialogpost, jeder Tag zählt. Ihr Ziel ist es, Meldungen zu erhalten, wann Ihr Hund wo gesehen wurde. Sprechen Sie mit den Menschen, viele haben auch Überwachungskameras, bitten Sie sie, die Bilder nach Ihrem Hund zu untersuchen und Ihnen Bescheid zu geben. So bekommen Sie Rückmeldung und können ein Verlaufsprotokoll erstellen. Ihr Angebot, Sie anzurufen, sollte sehr niedrigschwellig sein, also überall gleich Ihre Handynummer veröffentlichen! (Habe ich anfangs nicht gemacht, war falsch.)
Nehmen Sie Kontakt auf mit Suchhundestaffeln, in unserem Fall haben wir dort die besten Tipps bekommen. Suchen Sie nach einem Drohnenpiloten, der Ihnen helfen kann. Die technische Entwicklung ist rasant, deswegen kann es sein, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie das hier lesen, die Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass Sie womöglich selbst in der Lage sind, so ein Gerät einzusetzen. Auf dem Flyer rechts finden Sie auch meine Telefonnummer. Schreiben Sie mir gern eine WhatsApp oder rufen mich an. Wenn wir helfen können, helfen wir.
Am Abend des ersten Tages (Freitag) nach dem Entlaufen haben wir einen ersten Hinweis bekommen, GORAN sei im Nachbarort gesehen worden. Da an dem Abend eh bereits eine erste Drohnensuche eingeplant war, haben wir die natürlich auf den Ort ausgedehnt, leider ohne Ergebnis. Achtung: Nicht jede Meldung heißt, dass es sich tatsächlich um Ihren Hund handeln muss. Trotzdem ist man natürlich für jeden Hinweis dankbar.
Samstag haben wir keine Meldung erhalten. In diesen Tagen haben wir die Futterstation weiter betrieben und die Kamerabilder ausgelesen, leider ohne jede Feststellung. Darüber hinaus haben wir gesucht, Flyer verteilt, mit Menschen gesprochen und geschrieben. In unserem Fall hatten wir das große Glück, die Zeit dafür zu haben.
Sonntagmorgen zweiter Hinweis: Eine angesprochene Hundehalterin sagt, sie habe Goran am Freitagnachmittag in der Nähe der Futterstation gesehen. (Später stellte sich heraus, dass er an dem Wochenende 16 Kilometer weiter gelaufen ist! Mehr dazu im folgenden Absatz.)
Dienstagabend ein dritter Hinweis: Ein Jäger aus einem 16 Kilometer entfernten Ort (in der Nachbargemeinde) ist sich gemeinsam mit seinem Sohn sicher, Goran auf der Hauptstraße gesehen zu haben. Er wusste (natürlich) nichts von GORAN, hat eine befreundete Tierarzthelferin angerufen, die uns bei Tasso entdeckt hat. Wow, wie sich einen tag später herausstellte, war es tatsächlich GORAN. Diese Hunde (es handelt sich um einen Straßenhund aus Rumänien) laufen hauptsächlich in der Dämmerung und bewegen sich relativ sicher, auch über größere Entfernungen. Zwischen uns und GORAN liegen drei Ortschaften! Nun hatten wir einen neuen ziemlich genauen Ort, wo er zuletzt gesehen worden ist. Also erste Futterstelle und Kamera und Hinweisschilder ab- und an neuem Ort anbauen. Ich habe es für Zeitverschwendung gehalten, da ich nicht glauben konnte, dass wir (im strömenden Regen) in einer Region mit gefühlt tausenden von Bäumen, den Baum finden, an dem wir unsere Wildtierkamera und eine Futterstelle anbringen, die am nächsten Tag tatsächlich Filme und Bilder von GORAN liefern würden. Aber unsere Kontaktperson von der Suchhundestaffel, die das vehement empfohlen hatte, hatte recht! Das Bild rechts ist nur ein Beispielbild, die Kamera hat diverse Bilder und Videos erstellt, auf denen wir GORAN hundertprozentig identifizieren konnten. Zugegeben, wenn man GORAN so im Dunkeln sieht, könnte man ihn für einen Wolf halten. Aber er ist nur kniehoch!
Der Wolf oder vielleicht auch die Wölfe, die sich hier nachgewiesenermaßen in der Region aufhalten (Bild rechts), haben die Bevölkerung verunsichert und sehr aufmerksam gemacht. So rief uns am Mittwoch ein weiterer Bewohner dieses neuen Aufenthaltsortes an und teilte mit, dass er GORAN am Dienstagmorgen im Garten seines Nachbarn gesehen habe. Er hatte ihn für einen Wolf gehalten, hat jetzt aber meine Facebookanzeige gesehen, und sei sich nun sicher, dass es GORAN war.
Das ist noch wichtig: Sie können bei Facebook Anzeigen schalten und ziemlich genau die Zielgruppe auswählen: Wohnort, Alter, Geschlecht und am wichtigsten Affinitäten (Hunde!), denn Hundehalter fühlen jetzt natürlich besonders mit und sind noch aufmerksamer als sonst. Das kostet alles einen Haufen an Geld, aber das ist halt so. Ein Hund gehört zur Familie, also Attacke. Bei der Gelegenheit: Vielen Dank an alle, die meine Facebookbeiträge geteilt haben, um die Reichweite zu erhöhen. Das ist nicht selbstverständlich. Die Hinweise, die wir bis Mittwoch bekommen haben, haben wir tatsächlich durch Facebook erhalten. Von der Polizei: Nichts.
Aber es gibt bekanntlich auch skurrile Menschen: "Ein Medium" (aus Frankreich) hat mich per WhatsApp angeschrieben, sie könne Kontakt zu GORAN aufnehmen und ich könne Ihr Sprachnachrichten senden, die sie GORAN dann übermitteln würde. Ich habe nicht nach den Kosten gefragt, sondern gebeten, sie möge mir drei deutssprachige Referenzen nennen, die mir telefonisch ihre Erfolge bestätigen. Sie hat dann die Kommunikation mit mir beendet. Ob sie noch Kontakt zu GORAN hatte, entzieht sich meiner Kenntnis...Von weiteren skurrilen Nachrichten und Anrufen will ich hier nicht weiter berichten. Aber darauf sollten Sie vorbereitet sein. Man muss permanent abwägen. Wir haben am Ende die Entscheidung getroffen, so offensiv wie nötig und so effektiv wie möglich die Öffentlichkeit einzubinden.
Also neue Futterstelle in Betrieb halten und einen Profi mit einer Lebendfalle um Stand-by bitten. Auch hier kam der Kontakt über die Suchhundegruppe zustande. Sagenhaft. Parallel Flyeraktion durchziehen, Anzeigen schalten (Bild rechts), Öffentlichkeit weiter einbinden für den Fall, dass er weiterzieht. Das letzte Lebenszeichen von GORAN stammt vom 11.03.2026. Seitdem ist er verschwunden. Also weiter Mitgliedschaften in Facebookgruppen ausdehnen, E-Mailliste mit den Institutionen in den weiteren Regionen ausbauen.
Noch ein wichtiger Tipp: Lassen Sie die Chipnummer Ihres Hundes von einem Tierarzt auslesen und kontrollieren Sie diese mit der im Impfpass. Sollte Ihr Hund, warum auch immer, später ganz woanders aufgelesen werden, ist die Chipnummer eventuell der einzige Hinweis, der zu Ihnen führt. Daher kontrollieren Sie diese, registrieren Sie Ihren Hund bei Tasso und im Haustierregister (googeln)!
Dank an alle Freunde, Nachbarn und Menschen, die helfen, GORAN wiederzufinden, vor allem Franziska Krug (Suchhunde Elbe-Weser), die uns täglich mit Rat und Tat zur Seite steht.
Wir haben jetzt südlich der Elbe knapp 5.000 Flyer verteilt. Nur eine Dame rief an und teilte mit, sie sei sicher, GORAN in Dibbersen gesehen zu haben. Dann hätte er zwei Bundesautobahnen überquert. Unwahrscheinlich, aber wir waren natürlich trotzdem vor Ort, haben Flyer verteilt und mit Anwohnern und Gewerbetreibenden und der Polizei gesprochen - ohne Ergebnis.
Wir erweitern nun das Anzeigenspektrum vom Elbe-Geest Wochenblatt auf die Lünepost. Damit erreichen wir in 64 Gebieten im Idealfall knapp eine Viertelmillion Haushalte.
Der elfte Tag unserer Suche nach GORAN begann mit einem Facebook Bild (rechts) und der Frage: "Ist er dem ähnlich?" Das Bild sollte kürzlich in einer Bergedorfer WhatsApp Blitzergruppe zu sehen gewesen sein... Unwahrscheinlich, dass er die Elbe überquert hat, aber nicht ausgeschlossen (B404), also ab ins Auto und mit der Fähre rüber auf die andere Seite, Flyeralarm... und wieder zurück. Auf unserer Seite der Elbe klingelt das Telefon. Am anderen Ende eine Frau: "Meine Chefin hat ihren Hund. Rufen Sie sie mal an." Gesagt, getan. Sie sagt, sie ist sicher, Goran in Laßrönne vor sich zu haben. Er läge vor ihr und würde gerade etwas fressen. "Alles klar, wir sind gleich da." Nur zehn Minuten später trafen wir ein. Da war GORAN schon wieder weg. Trotzdem sind wir sicher. Er war es! Also Futterstelle einrichten, Wildtierkamera installieren und abwarten. Er hat die ganze Zeit vermutlich dort zugebracht, ist ja auch ein idealer Platz: Wasser und reichlich Platz, um sich zu verstecken... Wir haben wieder seine Spur. Hoffentlich nimmt er die Futterstelle an. Gebt es bitte an die Bewohner von Laßrönne weiter: Der Wolf heißt GORAN, ist kniehoch und ein sehr ängstlicher, friedlicher Hund. Fahrt bitte vorsichtig und so langsam wie möglich!
Tag 12 im Dschungel...die Falle ist aufgebaut. Und wir haben noch gescherzt: GORAN sitzt bestimmt hier irgendwo und guckt zu. Und tatsächlich! Kurze Zeit später, unser Fallensteller war noch vor Ort, kam GORAN aus seinem Versteck. So nah waren wir dem Ziel noch nie. Nun muss er nur noch in die Falle gehen... Bilder unten. Sobald er in die (durch mehrere Kameras überwachte) Falle tappt, wird der Fallensteller alarmiert, und wir auch, egal, wie spät es ist.





















